Kategorie: Gemeingüter
Patente enteignen!
Patente sollen einen ökonomischen Anreiz bieten, neue techische Verfahren zu erfinden — zum Beispiel für die Produktion neuer Medikamente. Dass insbesondere im Pharmabereich häufig öffentliche Gelder in der Forschung eingesetzt werden, könnte alleine schon rechtfertigen, keine Patente für Privatproduzenten zuzulassen. Genau dies geschieht jedoch in aller Regel — die private Verwertung der öffentlichen finanzierten Forschungsergebnisse.
Skandalös wird die Sache, wenn die Privatproduzenten nicht willens (z.B. aufgrund zu geringer Gewinnmargen) oder in der Lage (z.B. aufgrund nicht eingehaltener gesetzlicher Hygienevorschriften) sind, das patentierte Medikament auch tatsächlich zu produzieren. Ein solcher Fall wird nun aus den USA berichtet.
Kategorien: Eigentumsfragen, Feindbeobachtung, Gemeingüter, Reichtum & Knappheit
10. August 2010, 11:40 Uhr 5 Kommentare
Deutsche Bank — Ankommen im digitalen Zeitalter
Wenn mal was Neues gedacht werden soll, werden die internen Researcher vorgeschickt. So auch bei der Deutschen Bank: Die Deutsche Bank Research schreibt über das Urheberrecht mit einem bemerkenswertem Realismus, wobei der Titel schon die Richtung vorgibt: »Der Pirat in uns. In den Tiefen des Urheberrechts« (PDF).
In einer Mischung aus rechtstreuem Politikergeschwätz (»Das Internet ist keinesfalls ein rechtsfreier Raum«) und harten Fakten (»Schätzungsweise werden lediglich 4% aller geschützten kreativen Werke derzeit kommerziell verwertet«) wirbt das Papier letztlich dafür, die Fakten anzuerkennen: So geht’s nicht weiter. Deutlich wird eine Wahrheit endlich ausgesprochen: »Das klassische Urheberrecht beruht auf künstlicher Verknappung und Kontrolle«, denn: »Digitale Güter sind nicht knapp«.
Kategorien: Eigentumsfragen, Feindbeobachtung, Gemeingüter
6. August 2010, 16:15 Uhr 5 Kommentare
Linz as »Commons City«
Recently, StefanMz was skeptical about the inflationary use of the word Commons, so here is a similarly ambiguous case, which to me nevertheless seems very interesting:
The Austrian city of Linz has launched an initiative to become the first »open commons region« in Europe. The initiative is designed to stimulate the use of open-access and electronic dissemination of data, software, teaching and learning materials and other so called »Open Commons« (common good) stored content. Linz had previously taken pioneering steps to bring the citizens to the Internet. In 2005 the hot spot initiative started, which has been built 118 hotspots for free access to the Internet. In addition, for each citizen, web space and a personal e-mail inbox is available on the servers of the city – as well as programs for non-commercial publication of content on the Internet.
Kategorien: English, Freie Software, Gemeingüter
23. Juli 2010, 14:35 Uhr 2 Kommentare
Linz als “Commons City” ?
War Stefan Mz unlängst skeptisch gegenüber der inflationären Verwendung des Wortes Commons, so ist hier ein ähnlich ambivalenter Fall, der mir aber doch sehr interessant scheint:
“Die österreichische Stadt Linz hat eine Initiative gestartet, um die erste »Open-Commons-Region« in Europa zu werden. Die Initiative soll Impulse für die frei zugängliche Nutzung und elektronische Verbreitung von Daten, Software, Lehr- und Lernmaterialien und anderen als »Open Commons« (Gemeingut) bezeichneten, digital gespeicherten Inhalten geben. Linz hatte zuvor schon wegweisende Schritte unternommen, die Bürger ins Internet zu bringen: Seit 2005 läuft die Hotspot-Initiative, die in ganz Österreich bisher 118 Hotspots für den Gratis-Einstieg ins Internet aufgebaut hat. Außerdem stehen jedem Bürger Speicherplatz sowie ein persönliches E-Mail-Postfach auf den Servern der Stadt und Programme für die nichtkommerzielle Veröffentlichung von Inhalten im Internet zur Verfügung.”
Kategorien: Freie Software, Gemeingüter
22. Juli 2010, 20:40 Uhr 4 Kommentare
NKL ist nicht nur eine Lotterie
[Nachfolgender Artikel ist ein Repost aus Contraste 310/311, mit freundlicher Erlaubnis der Autor_innen von »Le Sabot«, der mobilen Mitmach-Küche (Lizenz: CC-by-nc).]
Verwunderung am Frühstückstisch: toller Brunch am letzten Tag vom Camp, aber wo sind die obligatorischen Spendeneimer? Auch die lautstarken Ansagen der Vokü-Crew sind nicht zu hören. Statt dessen voll geladene Tische, Bratkartoffeln, Müsli, Sojamilch, Grießbrei, Brot und Burger. Lecker…trotzdem, die Verwunderung weicht nicht. Irgendwie muss das Essen doch bezahlt werden? Muss es nicht! Die Vokü ist Teil eines Netzwerkes, welches Nicht-Kommerzielle Landwirtschaft (NKL) betreibt. Dieses Netzwerk besteht gleichermaßen aus Erzeugern und Verbrauchern, die Grenzen sind fließend. Es ist eine große Bedarfsgemeinschaft aus den verschiedensten Teilen der Nahrungskette. Die Vokü versteht sich ganz klar als Teil davon, aber auch die Campteilnehmer_innen sind ein Teil.
Kategorien: Eigentumsfragen, Freie Inhalte, Gemeingüter, Praxis-Reflexionen, Reichtum & Knappheit
8. Juli 2010, 07:30 Uhr 3 Kommentare
Krise, Commons und Kommune
Strategien der Transformation — Tagung von Helle Panke e.V. Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (BdWi) in Werftpfuhl 22.-26.9.2010
Mir ist nicht wirklich klar, warum die Commons in dieser Veranstaltung auftauchen, liest sich die Ankündigung doch völlig konventionell und von Commons unbeleckt (nein, »Gemeineigentum« ist eben nicht das gleiche wie Gemeingüter bzw. Commons). Einzelne Beiträge gehen gleichwohl auf die Commons ein. Schade, dass ich nicht an der Tagung teilnehmen kann.
Doch lest selbst: Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Eigentumsfragen, Gemeingüter, Lernen, Termine
6. Juli 2010, 18:30 Uhr 7 Kommentare
Commons und die Linke(n)
Gestern trafen sich Commons-Aktivist_innen und Interessierte aus der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der kommunalen Arbeit der Linkspartei, um über das politische Potenzial des Commons-Ansatzes zu sprechen. Zu Beginn habe ich eine problemorientierte Präsentation zu den Commons vorgestellt (Download als PDF). Dabei ging es um mögliche Differenzen eines »grünen« und »linken« Commons-Begriffs sowie das Verhältnis des in der LINKEN verbreiteten Begriffs des »Öffentlichen« zum Begriff der »Commons«.
Kategorien: Gemeingüter, Lernen, Theorie
24. Juni 2010, 08:17 Uhr 5 Kommentare
Wie das Fliegen regeln?
Die Pole der ökologischen Diskussion sind meistens Markt und Staat. Doch die Commons-Diskussion lehrt: In dieser Polarität ist nichts zu holen, wir müssen jenseits der Pole denken. Die Markt-Staat-Dualität führen der Grüne Winfried Hermann und der Linke Ivo Bozic in einer Diskussion um die Luftverkehrsabgabe in der Zeitschrift Jungle World exemplarisch vor — witziger Weise mit spiegelverkehrten Rollen: Hermann setzt auf den den Staat und findet die Luftverkehrsabgabe des schwarz-gelben Sparpakets gut, und Bozic auf der anderen Seite feiert den Markt als Schöpfer des Billigfliegens für »alle« und findet die Abgabe unsozial. Christian Lauk diskutiert diese Entgegensetzung und bringt viele Fakten ins Spiel (etwa: »alle«=7% der Weltbevölkerung).
Doch das Ping-Pong zwischen unsozialer Ausgrenzung (steigende Preise) und ökologisch schädlichen Effekten (steigende Emissionen) ist letztlich nicht auflösbar. Warum?
Kategorien: Gemeingüter, Reichtum & Knappheit
21. Juni 2010, 16:16 Uhr 8 Kommentare
Selbstorganisierte Fülle (4): Bausteine für materielle Peer-Produktion
Dezentrale commonsbasierte Produktion
Im dritten Teil ging es unter anderem darum, wie die Freiheit zu teilen bei materiellen Gütern umgesetzt werden kann. Dabei hatte ich zum Thema „Vervielfältigen“ gesagt: „Wenn man die gesamten Baupläne (Freies Design) sowie die benötigten Ressourcen und Produktionsmittel hat, sind auch materielle Produkte kopierbar.“
Wir haben also drei Voraussetzungen: Baupläne, Ressourcen und Produktionsmittel. Bei der heutigen Peer-Produktion sind die Ressourcen und Produktionsmittel im Allgemeinen Gemeingüter oder verteilter Besitz.
Bei digitaler Peer-Produktion sind Wissen und Informationen die wichtigste Ressource. Dieses Wissen ist ein Gemeingut, das von allen genutzt und weiterentwickelt werden kann. Exemplarisch für eine bei Peer-Produzierenden weitverbreitete Ansicht formuliert die Wikimedia Foundation, die hinter der Wikipedia steht, den Anspruch, dass alles öffentlich relevante Wissen Gemeingut sein sollte:
Kategorien: Freie Hardware, Gemeingüter, Reichtum & Knappheit, Theorie
20. Juni 2010, 11:50 Uhr 4 Kommentare
Commons und Peer-Economy in der »Zwille«
Am Do, 24.6.2010, bin ich um 18:30 Uhr in der »Zwille« an der TU Berlin (Adresse und Lageplan). Thema des Abends ist »Commons und Peer-Economy«. Weil explizit so gewünscht, wird es keinen Vortrag geben, sondern ein Gespräch, eine Diskussion zum Thema. Wer also schon immer mal was fragen wollte zu Commons, Peer-Produktion und das Ende des Kapitalismus, der/die ist dort genau richtig
Kategorien: Gemeingüter, Termine
18. Juni 2010, 07:38 Uhr 1 Kommentar

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