Kategorie: Gender
Männliche Geeks behaupten ihre Maskulinität auf Kosten weiblicher Geeks
[German translation of a post at Restructure! and Geek Feminism Blog]
by Restructure!
Die meisten männlichen Geeks [1] glauben, dass sie die traditionelle Maskulinität [2] untergraben, in dem sie für sich selbst den Begriff »Geek« einfordern und sich mit ihm identifizieren. Für die meisten männlichen Geeks ist die Geek-Identität teilweise als Zurückweisung der »Jock«-Identität [3] definiert. Entsprechend der traditionellen sozialen High-School-Hierarchie sind Jocks Männer mit einem hohen Status und männliche Geeks Männer mit einem niedrigen Status; Jocks sind Alpha-Männer und männliche Geeks sind Beta-Männer; Jocks sind maskulin und männliche Geeks sind »unmännlich« [effeminate]. Wenn sich daher ein Mann als Reaktion selbst als »Geek« bezeichnet, dann redefiniert er, was es heißt ein Mann zu sein, dann redefiniert er die Geek-Identität als maskulin.
Kategorien: Gender, Praxis-Reflexionen
20. Juli 2010, 07:27 Uhr 13 Kommentare
Productive pigs and unproductive children
In our economy-driven society it is taken for granted, that it is »the economy« which produces the societally necessary goods. However, this is not the case, which can be impressively shown by looking into official statistics.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, English, Gender
4. Juli 2010, 19:45 Uhr 1 Kommentar
Produktive Schweine und unproduktive Kinder
In unser wirtschaftsdominierten Gesellschaft gilt es als selbstverständlich, dass es im wesentlichen „die Wirtschaft“ sei, die die gesellschaftlich notwendigen Güter produziere. Dem ist jedoch nicht so. Durch einen Blick in die offiziellen Statistiken können wir uns davon eindrucksvoll überzeugen.
Kategorien: Arbeit & Freiheit, Gender
1. Juli 2010, 15:42 Uhr 5 Kommentare
Subjektfundierte Hegemonietheorie
Friederike Habermann, u.a. Autorin des Buches »Halbinseln gegen den Strom«, stellt in einer offenen Sommeruni ihre Diss vor, die unter dem Titel »Der homo oeconomicus und das Andere« als Buch erschienen ist. Ausgangspunkt ihrer subjektfundierten Hegemonietheorie ist die Einsicht:
Letztlich sind alle Herrschaftsverhältnisse miteinander verwoben – und es geht darum, sie alle umzuwerfen.
Nur wie angehen? Mit einem Baukasten marxistischer und postmoderner Theorieansätze: Michel Foucaults Gouvernementalität, Antonio Gramscis Hegemonietheorie, Jacques Derridas Poststrukturalismus, dem Postmarxismus von Ernesto Laclau & Chantal Mouffe sowie dem Postfeminismus von Judith Butler und dem Postkolonialismus von Gayatri C. Spivak.
Termin: 1. bis 6. August. Mehr Infos hier.
Kategorien: Gender, Termine, Theorie
1. Mai 2010, 08:37 Uhr 1 Kommentar
Bechdel-Test
DE: Die Comic-Zeichnerin Alison Bechdel hat (in einem Comic) einen simplen Test erfunden. Es geht um die Frage, ob und wie Frauen in Filmen vorkommen. Filme erfüllen den Bechdel-Test, wenn sie drei Kriterien genügen:
- Mindestens zwei (namentlich genannte) Frauen kommen in dem Film vor.
- Sie reden miteinander …
- … über ein anderes Thema als einen Mann.
Nur wenige Filme bestehen den Test. Denn »mehr Frau« ist dem männlichen, weißen, heterosexuellen Zielpublikum echt nicht zuzumuten. Der Test sagt übrigens nichts über die Qualität des Films aus. [via]
5. April 2010, 15:52 Uhr Kommentieren
George Clooney als homo oeconomicus in der Krise
Gestern habe ich “up in the air” gesehen. Ein Film, der mich ähnlich ratlos hinterlassen hat, wie Antje, wenn auch aus anderen Gründen. (Spoilerwarnung: Wer den Film noch sehen mag und nicht mit Spoilern leben kann, sollte vielleicht nicht weiterlesen).
Kategorien: Feindbeobachtung, Gender, Medientipp
28. Februar 2010, 15:31 Uhr 12 Kommentare
Halbinseln gegen den Strom
Friederike Habermann hat ein vorzügliches Buch geschrieben: »Halbinseln gegen den Strom. Anders leben und wirtschaften im Alltag«. In zehn Hauptkategorien unterteilt werden rund hundert Projekte vorgestellt, die als »gelebte Alternativen zu Kapitalismus, Geld und Tauschlogik« es irgendwie anders machen. Dieses »irgendwie anders« sieht sehr unterschiedlich aus: Von Umsonst-Projekten mit dem expliziten Anspruch, die Verwertungslogik des Kapitalismus auszuhebeln bis zu Projekten, die den Alltag billiger, einfacher und angenehmer gestalten.
Die Auswahl war sicher subjektiv und bewusst begrenzt auf den deutschsprachigen Raum. Ich war mehrfach überrascht, was es da noch so an Projekten gibt, die ich noch nicht kannte. Dafür fielen mir weitere Projekte vor allem im Online-Bereich ein, die noch gut in das Buch gepasst hätten. Aber keine Angst, die meisten vorgestellten Projekte spielen in der handfesten Offline-Welt.
Kategorien: Gemeingüter, Gender, Medientipp, Soziale Netzwerke
22. September 2009, 14:45 Uhr 5 Kommentare
Gender Trouble bei den Piraten
Schon länger gibt es eine schwelende Auseinandersetzung in und um die Piratenpartei. Sie wurde oft als Männerpartei bezeichnet und meist war das kritisch gemeint. Jetzt hat eine harmlose Nachfrage die Blogosphäre zum Kochen gebracht. Julia Seeliger (Grüne) wollte bloß wissen, wie hoch denn der Anteil der Frauen bei den Piraten sei. Das kann ihr nun aber leider niemand beantworten, weil dieses Datum bei den Piraten nicht erhoben wird. Nun könnte man das einfach mit Datensparsamkeit begründen, aber das hieße die ideologische Bombe zu unterschätzen, die in diesem an sich harmlosen Fakt lauert. An der daraus sich entwickelnden Auseinandersetzung kann man nämlich viel lernen. Sowohl über die Piraten als auch über den aktuellen Stand des Feminismus hierzulande. Die ganze Auseinandersetzung hat sehr viele Parallelen zu Fragestellungen um den niedrigen Frauenanteil in Freien Sofware Projekten, was ja hier auch schon öfter Thema war. Scheinbar regt das Thema Nerdkultur vs. Feminismus jetzt aber mehr auf, wo es in die politische Sphäre vordringt.
Kategorien: Gender, Medientipp
4. September 2009, 13:24 Uhr 59 Kommentare
Piratenkritik
Ich verfolge gerade den Bundesparteitag der Piratenpartei nebenher im Livestream. Ich hatte ja zur Europawahl zur Wahl der Piratenpartei aufgerufen. Selbst bin ich zwar wohlwollender Beobachter aber kein Mitglied, weil ich viel zu sehr Antipolitiker bin, um bei einer Partei mizumachen. Mir sind beim Livestreamgucken ein paar Sachen aufgefallen, die mich bezüglich der politischen Kultur in dieser Partei doch etwas iritiert zurück lassen:
- Trotz aller vor sich her getragenen Distanz zum politischen Geschäft gibt es eine geradezu gespenstisch anmutende Begeisterung auch ja alles “richtig zu machen”. Schon immer tummeln sich in der Netzkultur auch die Grammatiktrolle und Regelfetischisten wie sonst nirgendwo (ausser vielleicht in Kleintierzüchtervereinen). Jetzt haben sie eine Partei zum Austoben. So wirkte das Ganze zeitweise mehr wie eine Parodie eines Parteitages oder wie eine Partie Nomic. Die Piraten sollten aufpassen, dass sie nicht von der Legalistenpartei unterwandert werden.
Kategorien: Eigentumsfragen, Gender, Medientipp
4. Juli 2009, 19:03 Uhr 19 Kommentare
Wer lebt mit wem?
So ist der Titel eines einwöchigen Sommercamps auf Burg Luther. Aus der Ankündigung:
Wer lebt mit wem? Warum? Und wie? Diesen Fragen wollen wir mit euch zusammen auf einem Camp zum Thema Kind und politische Perspektiven im Sommer ’09 nachgehen. Wir wünschen uns spannende Diskussionen, Analysen, Thesen, Austausch über Theorie und Praxis und eine Menge Kontakte.
Uns ist es wichtig, das Thema „Leben mit Kind(ern)“ explizit aus dem privaten Raum auf die politische Bühne zu holen. Sowohl dem Vorurteil, Menschen mit Kindern würden „unpolitisch“ und wollten sich ins private „Glück“ zurückziehen, als auch dem Gefühl von Menschen mit Kindern, aus der Szene herausgedrängt zu werden, soll begegnet werden: Warum läuft es so, wie es läuft, und wie können wir die Situation verbessern? Unter anderem, weil wir hierüber eine konstruktive Diskussion beginnen wollen, möchten wir betonen, wie wichtig wir es finden, dass Menschen ohne Kinder ihre Perspektive einbringen.
Und dort gibt es auch eine Liste von Themen:
Themen, an denen wir besonderes Interesse haben, sind: (un-)doing gender, (Anti-)Pädagogik, wie kann nicht rassistische Erziehung aussehen, Heteronormativität, unterschiedlichste/queere Familien- und Lebensmodelle, das Verhältnis von Szene und Kind, politisch aktiv sein mit Kind, Erfahrungsaustausch…
So wie es zur Zeit aussieht, werde ich ab dem zweiten Tag da sein und würde mich freuen euch dort zu treffen.
Kategorien: Gender, Lernen, Termine
14. Juni 2009, 20:16 Uhr 3 Kommentare


