Kategorie: Praxis-Reflexionen
Wachstumsrücknahme?
Ein neues Modewort macht die Runde: Décroissance, decrescita, decrecimiento, degrowth — übersetzt mit Wachstumsrücknahme. Auf der gleichnamigen Website heisst es:
Das Ganze hat ein Ziel: die Demokratie und das Überleben auf unserem Planet zu retten.
Demokratie als erste Sorge? Leuchtet mir nicht ein. Überleben auf dem Planeten schon eher. Aber wie, durch Rücknahme von Wachstum? Hier wird offensichtlich Wachstum mit Wirtschaftswachstum verwechselt. Das geschieht, wenn man »Wirtschaft« als alleinige Produktionssphäre ansieht, aber die anderen zwei Drittel notwendiger Tätigkeiten, die eine Gesellschaft braucht, total ausblendet. Oder doch nicht? Dann wäre es noch schlimmer.
Das Wirtschaftswachstum zu stoppen und zurückzunehmen, ist eine absolut sinnvolle Idee. Die Idee der Rücknahme von Wachstum als solchem hingegen scheint mir so falsch wie nur irgendwas und zudem brennend gefährlich. Warum?
Kategorien: Praxis-Reflexionen, Theorie
18. März 2010, 14:22 Uhr 16 Kommentare
FabLab-Camp in Bremen
Ende Februar fand in Bremen das erste Barcamp zum Thema Fablabs in Deutschland statt. Hier ein kurzer Film (startet erst, wenn geladen) über das Selbstständigen-Treffen [via].
FabLabCamp 2010 Der Film from FabLab Camp on Vimeo.
Kategorien: Freie Hardware, Praxis-Reflexionen
11. März 2010, 14:10 Uhr 1 Kommentar
Delivered in Beta
Great video on openness, open design, and sharing — created during the Open Design Workshop at the Betahaus as part of Social Media Week Berlin 2010 [via].
Delivered in Beta from KS12 on Vimeo.
Kategorien: English, Freie Hardware, Freie Inhalte, Praxis-Reflexionen
23. Februar 2010, 00:58 Uhr 2 Kommentare
Prinzipien der Bildung von Communities (nach Ostrom)
Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom hat zahlreiche Beispiele für funktionierende Commons (Gemeingüter) und die sie tragenden Communities (Gemeinschaften) gesammelt. Aus dieser Erfahrung hat sie Prinzipien bei der Bildung von »Gruppen«, »Institutionen«, »Netzwerken« oder einfach »Communities« abgeleitet. Diese sind (nach Hartzog):
- Die Grenzen der Gruppe sind klar definiert.
- Die Nutzungsregeln der kollektiven Güter sind gut auf lokale Bedürfnisse und Bedingungen abgestimmt.
- Die meisten Individuen, die von solchen Regeln betroffen sind, können sich an der Veränderung der Regeln beteiligen.
- Die Rechte der Mitglieder der Gemeinschaft, ihre eigenen Regeln zu entwickeln, wird von externen Autoritäten respektiert.
- Es gibt ein System der Beobachtung des Verhaltens der Mitglieder durch die Mitglieder selbst.
- Es wird ein abgestuftes Sanktionssystem verwendet.
- Die Mitglieder der Gemeinschaft haben Zugang zu niedrig-schwelligen Konfliktlösungsmechanismen.
Das ist doch eine gute Grundlage für eine Diskussion!
Kategorien: Gemeingüter, Praxis-Reflexionen
7. Februar 2010, 08:45 Uhr 40 Kommentare
Copyleft für Hardware – ein kniffliges Problem
[This article is also available in English.]
Das Copyleft hat beim Erfolg Freier Software eine wichtige Rolle gespielt. Copyleft stellt sicher, dass alle Versionen einer Software bzw. eines Dokuments frei bleiben. Es hindert Firmen daran, »verbesserte« Versionen eines Freien Programms zu privatisieren und als proprietäre Software zu verkaufen. Die erste und bekannteste Copyleft-Lizenz ist die GNU General Public License (GPL). Die GPL ist beliebter als alle anderen Lizenzen für Freie Software zusammen – sie wird für etwa 50–70% aller Freien Programme genutzt.
Auf den ersten Blick mag die Situation in den neu entstehenden Bereich Freie Hardware ähnlich aussehen. Auch hier sind Copyleft-Lizenzen wie die GPL und die Creative Commons BY-SA-Lizenz (Namensnennung + Weitergabe unter gleichen Bedingungen) sehr beliebt (siehe unten für eine detailliertere Analyse). Aber tatsächlich ist es um Freie Hardware ganz anders bestellt, denn das Copyleft stützt sich auf das Copyright bzw. Urheberrecht, und Hardware ist (in den meisten Fällen) nicht urheberrechtlich geschützt.
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Kategorien: Freie Hardware, Praxis-Reflexionen
30. Dezember 2009, 01:19 Uhr 7 Kommentare
Peer-Journalismus
Das Netz hat viele Formen des Informationsaustauschs zu bieten. Aber kann es auch investigativen Journalismus? Nein, meinte Salman Rushdie in einem Vortrag auf einer Konferenz in A Coruña im September dieses Jahres.
Rushdie ist nicht nur ein verfolgter Autor (seit einer Fatwa des Ayatollah Khomeini muss er um sein Leben fürchten), sondern auch ein wirklich guter. Ausgehend von Überlegungen zur heutigen Funktion von Literatur betonte er nun, dass diese nach wie vor einen Informationswert und die Aufgabe habe, die Menschen gerade über komplexe Zusammenhänge oder versteckte Sachverhalte, die sich dem oberflächlichen Blick entziehen, aufzuklären. Eine Perspektive auf Literatur, die ich nach der oft gehörten Betonung der Spiel-, Fiktions- und Intertextualitätsdimension durch die Postmoderne als angenehm empfunden habe.
Der Hinweis, das Netz sei zwar zur Verbreitung von Meinungen und Argumenten gut geeignet, aber schlecht im investigativen Journalismus (IJ), fiel in diesem Zusammenhang. Rushdie schlug damit natürlich in eine Kerbe: Vollständigen Artikel lesen »
Kategorien: Medientipp, Praxis-Reflexionen, Theorie
23. Dezember 2009, 20:55 Uhr 6 Kommentare
The Tricky Business of “Copylefting” Hardware
[Diesen Artikel gibt es auch auf Deutsch.]
It’s probably safe to say that the copyleft principle has been essential for the success of free software. Copyleft means that all versions of a software or document will remain free, preventing companies from creating “value-added” versions of free programs and selling them as proprietary, non-free software. The GNU General Public License (GPL)—the first and most well-known incorporation of the copyleft principle—is used for about 50–70% of all free programs, making it more popular than all other free software licenses together.
At first sight, the situation in the newly emerging field of free and open hardware might seem similar—here, copyleft licenses such as the GPL and the Creative Commons Attribution-ShareAlike License (BY-SA) are very popular too (see below for a more detailed analysis). But actually, the situation is very different for hardware design, since copyleft relies on copyright, and hardware is (in most cases) not protected by copyright law.
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Kategorien: English, Freie Hardware, Praxis-Reflexionen
9. Dezember 2009, 01:05 Uhr 17 Kommentare
Von kopierbaren Dingen, offenen Produktionsstätten und berührbaren Bits
Das Projekt »Tangible Bit« (»berührbares Bit«) will für materielle Produkte möglich machen, was für Freie Software schon geht: jede/r soll sie sich problemlos besorgen können, jede/r soll sich an ihrer Weiterentwicklung und Verbesserung beteiligen können, und jede/r soll sie an andere weitergeben und mit anderen teilen können
Wenn ich (z.B. bei einem Freund) eine Software sehe, die mich interessiert, kann ich sie ganz einfach selber installieren – entweder er kopiert sie mir oder ich besorge mir eine Kopie auf der Homepage der Software. Unter freien Betriebssystemen wie Linux und BSD geht es noch einfacher: dort gibt es sogenannte Repositories (Verzeichnisse) der verfügbaren Software. Dort muss ich nur den Namen des Softwareprogramms eingeben und auf Knopfdruck beginnt mein Computer mit der Installation desselben. Oft bestehen noch »Abhängigkeiten« zwischen Programmen: um eine Software B nutzen zu können, muss ich zunächst ein anderes Programm A installieren. Unter Windows habe ich mich darum selber zu kümmern – unter Linux nicht, da erledigt das Repository das automatisch.
Kategorien: Freie Hardware, Freie Software, Praxis-Reflexionen, Reichtum & Knappheit
2. Dezember 2009, 10:35 Uhr 7 Kommentare
Welche Uni?
Die Besetzung von Hörsälen und Audimaxen, die in Österreich begann, weitet sich auf Unis in Deutschland, Schweiz und anderswo aus. doch welcher Perspektive hat der Protest? Wie geht’s weiter? Mit der Bewegung für eine Solidarische Ökonomie verbinden — ist eine Antwort. Das ist das Thema eines Workshops am Sonntag, der per Live-Stream online verfolgt werden kann. Nachfolgend ein Repost vom Social Innovation Network:
Kategorien: Freie Inhalte, Praxis-Reflexionen
13. November 2009, 12:17 Uhr 5 Kommentare
Keimformhafte Perspektiven für Studentenproteste gesucht
In Österreich spielt sich derzeit eine im Umfang und in der Ausdrucksform ungewöhnliche Studentenbewegung ab. Seit einer Woche halten Studenten der Universität Wien den Vorlesungsbetrieb blockiert und ihre Aktionen breiten sich wie ein Lauffeuer durch ganz Österreich aus. Das ganze noch mit der witzigen Pointe versehen, dass der Wissenschaftsminister just in diesem Moment einen Abgang als EU-Komissar nach Brüssel macht.
Hier sind die neuesten Entwicklungen nachzuverfolgen, es gibt auch eine U-Stream Lifeberichterstattung aus dem besetzten audimax: http://unibrennt.at/

Studenten im besetzten Audimax der Uni Wien
Kategorien: Lernen, Praxis-Reflexionen, Soziale Netzwerke
29. Oktober 2009, 12:32 Uhr 13 Kommentare

